Wilder Strampler

Heute möchte ich euch ein wunderschönes Buch vorstellen, das StrickerInnenherzen höher schlagen lässt: "Stricken für Wollsüchtige" von Angela Mayer-Spannagel. 

Ich habe ja eine Vorliebe für den Norwegerstil, die Buchrückseite verspricht einen "vollen Kleiderschrank im alpinen Look" - wenn man denn alles nachstrickt. Und das ist eine Herausforderung. Seien es jetzt die Alpen, Norwegen oder Fair-Isle - ich mag das Trachtige und deswegen konnte ich in der Buchhandlung nicht widerstehen.

Die Modelle haben tolle Namen wie zum Beispiel "Sachensucher - Unterwegs mit einer traditionellen Funktionsjacke" (das ist die links unten am Cover ;)), "Gipfelstürmer - Die Suche nach der perfekten Mütze" oder "Sternschnupperl - Schultertuch fürs Lagerfeuer".
 

Stricken für Wollsüchtige

 Im Gegensatz zu den meisten Strickbüchern erklärt das Buch keine Grundlagen, sondern richtet sich an "versierte Handarbeiterinnen".
 Gott sei Dank habe ich das Vorwort nicht vor dem Kauf gelesen... 
Mein erstes Werk aus diesem Buch hat mich nämlich ganz schön zum Schwitzen gebracht.

 

Es galt nämlich ein Problem mit dem Strickwerk zu lösen: Meinem Mini-Neffen baumeln die "Wadln" & Füße aus der Trage und da kann es ganz schön kalt werden. Gerade jetzt, wo sich der Frühsommer oder Spätfrühling (wie man die Jahreszeit auch nennen mag) noch etwas bitten lässt. 

Also mussten Wadlwärmer plus Schuhe her.
Das sind sie nun, die Schuhe, die wildes Strampeln möglich machen:


Modell: "Wilder Strampler - Warme Füße bei ungebremsten Bewegungen"

Oben ist ein Bündchen eingeschlagen, das kann man bei Bedarf "ausstülpen", dadurch sind sie noch wärmer. Am Schwierigsten war die "Vikkelbraidborte" - die Pfeile in den zwei verschiedenen Blau. Man verwickelt während des Strickens beide Fäden in einer bestimmten Reihenfolge. Ich konnte während dessen nicht reden und an nichts anders denken als 
"den Faden, den ich nicht stricke, der muss ... liegen". 
Masche für Masche.

Aber das Ergebnis hat für den Aufwand entschädigt.
Und das wird bestimmt auch bei den anderen Modellen der Fall sein.



Grannydecke #1


Vor zwei Jahren hatte ich eine Spitzenidee und weil sie zu dieser Zeit "sooo spitze" war, musste sie natürlich SOFORT umgesetzt werden.
 
Auf Epipas Blog sah ich eine Grannydecke, wunderschön und perfekt als Sommerdecke. Reste von Baumwollgarnen hatte ich genug, ich dachte mir, ich müsste nur eine Grundfarbe kaufen und könnte meine Garnschachtel etwas leeren.

Das war einen Tag vor dem Osterwochenende und ich hatte gefühlt keine Zeit mehr, um in ein richtiges Wollgeschäft zu gehen oder online zu bestellen. Also rannte ich aus der Wohnung in das nächste Billigsdorfergeschäft und kaufte dort das gesamte, vorrätige Garn in Hellbeige. Dann begann das Häkeln am Deckenprojekt. 

Anfangs noch voller Elan war ein Oma-Quadrat schneller fertig als das andere. Ich häkelte überall, das Material für ein Quadrat kann man schnell mitnehmen, das fand ich super. Doch dann kam der Winter und mit ihm der Einbruch. Die halbfertigten & fertigen Quadrate lagen herum, irgendwann verschwanden sie in einer Tasche und waren fast vergessen. 

Für etwa ein Jahr.




Niemand hatte davon geschrieben (oder ich habe es überlesen), dass Grannyshäkeln ziemlich langwierig & langweilig sein kann - und dann noch die ganzen Fäden... Ich bewundere alle, die es schaffen, mehr als eine Decke oder eine mit Miniquadraten, wie es gerade beim Garnstudio Meadow-CAL der Fall ist, zu häkeln. Gerade wenn ich eure Bestellungen einpacke, denke ich mir oft "das wird bestimmt ein Grannyprojekt - so eine schöne Farbkombination - da könnte ich doch auch mal was damit machen". Der nächste Gedanke, der folgt ist dann aber sogleich: "Aber die viele Arbeit, nein, nein." 

Natürlich hatte ich zu wenig von der Grundfarbe gekauft und musste sie teuer (wegen den Versandkosten) aus Deutschland bestellen, ich konnte sie einfach in keinem Geschäft finden (noch ein Nachteil des "es muss sofort sein")

Ein anderes Problem kam erst vor kurzem dazu: Obwohl ich eigentlich regelmäßig häkle und die gleiche Garnstärke bei allen Garnen hatte, wurden die Quadrate unterschiedlich groß. Was ich erst vor einem Monat gesehen habe... Offenbar entwickelt man einen anderen Häkelstil innerhalb von 2 Jahren: von locker zu fest. Also musste ich bei manchen wieder ein Stück auflassen und bewusst lockerer häkeln...

Am Wochenende habe ich das letzte Granny fertig gehäkelt (mit ein bisschen Tricksen, denn wer braucht schon eine große Decke ;)) und alle Fäden vernäht. Heute gewaschen und gespannt. 

Ein Ende ist in Sicht! 

Hoffentlich!




Ich will diese Decke endlich erledigt haben und deshalb schreibe ich diesen Eintrag. Es soll mich antreiben motivieren, dass ihr es wisst. Bis Ende Mai ist meine Frist, ins Jahr Nummer drei gehe ich ohne angefangene Decke! 

Versprochen!!!




Wenn man Tante geworden ist...



... möchte man dem neuen Erdenbürger auch was schenken.
Und wenn man zudem noch "die Strickerin" ist, muss das etwas Gestricktes sein.


Ideen und Anleitungen gibt es viele und doch habe ich selbst etwas entworfen: nämlich einen gestrickten Pucksack.



In dem können sich Babys so richtig wohlfühlen und schön strampeln. 




Ich hoffe, dass er dem Kleinen passt und der Mama gefällt.
Doch das erfahre ich bald & darauf freue ich mich!


Die Anleitung für den Pucksack findet ihr hier [klick]
You can find the knitting pattern here [click]